Veranstaltung zur Öffentlichen Aufarbeitung des Missbrauchs
Artikel vom 15. November 2025:
Gmünder Kirchen arbeiten Missbrauch auf
Kirche: Die Kirchen in Schwäbisch Gmünd sind von einem Missbrauchsskandal betroffen. Eine Veranstaltung soll am Montag Licht ins Dunkel bringen
Von Jürgen T. Widmer
Schwäbisch Gmünd.
Es sind Wunden, die vielleicht vernarben, aber nicht vollständig heilen. Der sexuelle Missbrauch in den Kirchen hat Gemeinden traumatisiert, das Leben von Menschen ruiniert – auch in Schwäbisch Gmünd. Hier vor allem im Fokus: Bernhard Rapp, der ehemalige Pfarrer des Hardt, der später auch in Weiler und Degenfeld tätig war.
Er hat gestanden, einen Heranwachsenden missbraucht zu haben, der zu diesem Zeitpunkt im damaligen Jugendheim Sonnenhof lebte. Dieser Junge soll später Suizid begangenen haben. Dieses Geschehen soll am Montag, 17. November, von 19.00 Uhr an im Franziskaner aufgearbeitet werden. Dies hat der Pressesprecher der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gregor Moser, auf Nachfrage der Rems-Zeitung bestätigt. Die Veranstaltung ist öffentlich…
Die ebenfalls ortansässige „Gmünder Tagespost“ hat keinen Terminhinweis veröffentlicht.
In der Besprechung der Veranstaltung hat die Tagespost ausgeführt:
Neben Dekan Robert Kloker nahmen Holger Winterholer und Regina Seneca (Führungstandem für das Pastorale Personal im Bischöflichen Ordinariat), Angelika Sönnichsen und Jerabek Pavel (Medien der Diözese), Elke Börnard (unabhängige Ansprechperson der Diözese), Johannes Czaja (Unabhängiger Betroffenenbeirat) sowie Karl-Heinz Heiss (Netzwerk Betroffener) an der Veranstaltung teil. Die Moderation übernahm Gabi Maier-Güttler.
Hinter Netzwerk Betroffener verbirgt sich die Webseite, auf der Sie sich gerade befinden. Und die ungemein starke Nähe zur Diözese, die die Reihung suggeriert, ist falsch. Die Webseite hat mit der Diözese Rottenburg-Stuttgart nichts zu tun. Lediglich der Wille zur Aufarbeitung ist gemeinsam, der Weg vermutlich diametral entgegengesetzt. Bislang gibt es noch keine Anzeichen, dass die Aufarbeitungskommission die Namen der Täter und Beschuldigten veröffentlichen will.
Artikel vom 19.11.2025:
Präzise beschreibt der Redakteur Jürgen T. Widmer die Veranstaltung im Franziskaner in Schwäbisch Gmünd:

Aufarbeitung
Auf dieser Seite finden sich zum einen die Einrichtungen der Diözese, die mit dem Thema Missbrauch befasst sind: der Betroffenenbeirat, die Aufarbeitungskommission und die Kommission sexueller Missbrauch.
Im Weiteren gibt es Vorschläge, wie Missbrauch und Aufarbeitung öffentlich sichtbar gemacht werden können.
Ein Beispiel findet sich auf dem Bild, das in Oberharmersbach in der Erzdiözese Freiburg entstand. Der Pfarrer Franz Bühler wurde in Stein gemeiselt als Seelsorger der Gemeinde. Nun wurde der Name durchgestrichen und eine Tafel angebracht: "Der Name Franz Bühler wurde gestrichen, um darauf hinzuweisen, dass er während seiner Tätigkeit als Seelsorger in unserer Pfarrgemeinde sich des vielfachen sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen schuldig gemacht hat."

Aufarbeitungskommission der Diözese Rottenburg-Stuttgart (www.ak.drs.de)
Am 11.12.2020 wurde die „Gemeinsame Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland des unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs und der Deutschen Bischofskonferenz“ (im folgenden „GE“) von Bischof Dr. Gebhard Fürst gegengezeichnet und am 15.01.2021 im Kirchlichen Amtsblatt für die Diözese Rottenburg-Stuttgart sowie auf der Internetseite der Diözese Rottenburg-Stuttgart veröffentlicht (BO-Nr. 6603 – KABl. 65 [2021], 54-57).
Die Aufarbeitungskommission konstituiert sich am 15. Dezember 2021 und nimmt eine gleichberechtigte Doppelspitze in Aussicht. Hierfür kandidieren Prof. Dr. Jörg Eisele und Thomas Halder und werden gewählt. (aus der Internetseite der Kommission)
Mitglieder der Kommission:
Prof. Dr. iur. Jörg Eisele, Co-Vorsitzender
55 Jahre, Volljurist, Professor für Deutsches und Europäisches Straf- und Strafprozessrecht, Wirtschaftsstrafrecht und Computerstrafrecht an der Juristischen Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Thomas Halder, Co-Vorsitzender
71 Jahre, Volljurist, früher Amtschef (Ministerialdirektor) im Kultus- und Sozialministerium Baden-Württemberg
Prof. Dr. med. Renate Schepker
71 Jahre, Ärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Psychoanalytikerin, Chefärztin und zuletzt Regionaldirektorin am Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg
Vertreter des Betroffenenbeirats der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Dr. rer. soc. Reinhard Winter
66 Jahre, Diplompädagoge, Psychodramatiker, Traumapädagoge; freiberuflich tätig
Sebastian Weh (Pseudonym)
54 Jahre, vVerwaltungsbeamter
Vertreter der Diözese Rottenburg-Stuttgart:
Prof. Dr. theol. Stefan Ihli J.C.L.
53 Jahre, Theologe und Kirchenrechtler, Diözesanrichter am Bischöflichen Offizialat Rottenburg, außerplanmäßiger Professor für Kirchenrecht und kirchliche Rechtsgeschichte an der Theologischen Fakultät der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
Lic. iur. can., Dipl.-Theol. Friedolf Lappen
54 Jahre, Theologe und Kirchenrechtler, Diözesanrichter
Sichtbare Aufarbeitung in der "urbs pia" Rottenburg am Neckar
Die Prozession von Sülchen auf den Marktplatz:
1. Vorschlag aus 2020: Bevor sich die triumphierende Kirche am Fronleichnamstag hinter dem Bischof durch Rottenburgs Straßen bewegt, wäre es ein sichtbares Zeichen, wenn die demütige Kirche hinter dem Bischof von der Grablege der Rottenburger Bischöfe im Sülchen (die älteste Kirche in der Diözese und der Bestattungsort ihrer Bischöfe) stillschweigend zum Marktplatz zieht. Demut und Triumph, symbolisiert durch Schweigen auf der einen Seite und festliche Musik auf der anderen, das würde einen neuen Horizont für alle Katholik:innen eröffnen.
Der Garten vor dem Bischofshaus:
2. Vorschlag aus 2020: Wenn für jede Betroffene und jeden Betroffenen ein Stein abgelegt wird, öffentlich oder im Verborgenen, dann wächst aus diesen einzelnen Steinen eine Ölbergszene heran als Ort der tiefen Verzweiflung und der Gottesferne. Ich halte den Garten vor dem Bischofshaus in Rottenburg für eine hochwirksame Stätte. Täglich mit dem Elend konfrontiert zu sein, könnte für den jetzigen und die künftigen Bischöfe unserer Diözese Herausforderung und Auftrag zugleich sein. Sich täglich daran zu messen und als die Grundüberzeugung allen christlichen und kirchlichen Handelns einzufordern: Mensch:Würde:unantastbar.
Betroffenenbeirat der Diözese Rottenburg-Stuttgart (www.betroffenenbeirat.de)
Der Betroffenenbeirat in der Diözese Rottenburg-Stuttgart wurde 2022 eingerichtet (nicht gewählt). In ihm arbeiten sieben Mitglieder, alle waren in Kindheit oder Jugend selbst von sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche betroffen.
Der Beirat arbeitet ganz unabhängig und selbstbestimmt, wie er es in seinem Statut formuliert hat. Er ist an keine Weisung gebunden.
Wir arbeiten nicht (nur) für Betroffene, sondern mit Ihnen gemeinsam. Vor allem setzen uns für die Interessen von Betroffenen gegenüber der Kirche ein, besonders in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Es gibt direkt von sexualisierter Gewalt Betroffene; aber viele Menschen sind auch mittelbar betroffen: Eltern, Zeuginnen und Zeugen, Partnerinnen und Partner von direkt Betroffenen, Geschwister usw. Auch sie benötigen Unterstützung und Anerkennung, die wir im Rahmen unserer Möglichkeiten bieten.
Die Mitglieder des Beirats
- Barbara Anger (Pseudonym), geb.1959, im schulischen und beraterischen Bereich tätig
- Dr. Ilonka Czerny, geb. 1966, Kunstwissenschaftlerin, tätig in der Kulturbranche. Sprecherin des Betroffenenbeirats
- Johannes Czaja, geb. 1958, arbeitete als Sachbuchlektor
- Dieter Mayer, geb. 1949, war 30 Jahre Key Account Manager Automotive, Sprecher des Betroffenenbeirats (Nach der 1. Amtszeit Ende Mai 2025 ausgeschieden)
- Thomas Meier (Pseudonym), geb. 1964, in der Sicherheitsbranche tätig (nach der 1. Amtszeit Ende Mai 2025 ausgeschieden)
- Sebastian Weh (Pseudonym), geb. 1970, Verwaltungsbeamter
- Reinhard Winter, geb. 1958, arbeitet freiberuflich als Diplompädagoge (Nach der 1. Amtszeit Ende Mai 2025 ausgeschieden)
Die Kommission sexueller Missbrauch (KsM) ist ein Beratungsgremium des Bischofs und begleitet in dieser Funktion das gesamte Verfahren im Umgang mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger bzw. schutz- oder hilfebedürftiger Erwachsener im Verantwortungsbereich der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Stimmberechtigte Mitglieder:
Vorsitzende
Dr. Monika Stolz Monika.Stolz(at)ksm.drs.de
Dr. Monika Stolz Monika.Stolz(at)ksm.drs.de
Stellvertretender Vorsitzender
Prof. Bernhard Sven Anuth Bernhard.Anuth(at)ksm.drs.de
Prof. Bernhard Sven Anuth Bernhard.Anuth(at)ksm.drs.de
Unabhängige Ansprechperson und in der Arbeit mit Betroffenen erfahrene Person
Elke Börnard Elke.Boernard(at)ksm.drs.de
Elke Börnard Elke.Boernard(at)ksm.drs.de
Unabhängige Ansprechperson und in der Arbeit mit Betroffenen erfahrene Person
Theresa Ehrenfried Theresa.Ehrenfried(at)ksm.drs.de
Theresa Ehrenfried Theresa.Ehrenfried(at)ksm.drs.de
Unabhängige Ansprechperson und Jurist ohne kirchliche Anstellung
Daniel Noa Daniel.Noa(at)ksm.drs.de
Daniel Noa Daniel.Noa(at)ksm.drs.de
Vom Diözesanrat benannte Person
Gabriele Derlig Gabriele.Derlig(at)ksm.drs.de
Gabriele Derlig Gabriele.Derlig(at)ksm.drs.de
Psychiatrische Sachverständige
Prof.in Dr. Renate Schepker Renate.Schepker(at)ksm.drs.de
Prof.in Dr. Renate Schepker Renate.Schepker(at)ksm.drs.de
Vertreter des Betroffenenrats
Sebastian Weh Sebastian.weh(at)ksm.drs.de
Sebastian Weh Sebastian.weh(at)ksm.drs.de
Beratende Mitglieder:
Vom Diözesan-Priesterrat benannte Person
Pfarrer Hubertus Freyberg Hubertus.Freyberg(at)ksm.drs.de
Pfarrer Hubertus Freyberg Hubertus.Freyberg(at)ksm.drs.de
Vertreter des Betroffenenbeirats
Johannes Czaja Johannes.Czaja(at)ksm.drs.de
Leiterin der Hauptabteilung Pastorales Personal
Regina Seneca ksm-rseneca(at)ksm.drs.de
Johannes Czaja Johannes.Czaja(at)ksm.drs.de
Leiterin der Hauptabteilung Pastorales Personal
Regina Seneca ksm-rseneca(at)ksm.drs.de
Mit der Voruntersuchung beauftragte Berichterstatterin
Melanie Weber ksm-meweber(at)ksm.drs.de
Melanie Weber ksm-meweber(at)ksm.drs.de
Leiterin der Stabsstelle Prävention, Kinder- und Jugendschutz
Sabine Hesse ksm-shesse(at)ksm.drs.de
Sabine Hesse ksm-shesse(at)ksm.drs.de
Mediendirektor der Stabstelle Mediale Kommunikation
Tobias Doepker TDoepker(at)bo.drs.de
Tobias Doepker TDoepker(at)bo.drs.de